DenkFabrik Arno Reis ThinkTank · Nordstr. 70 · 18107 Elmenhorst

Agrarwende?
Regierungen jeglicher Couleur erlassen seit der rot-grünen Koalition – Frau Künast war die damalige Agrarministerin – mit dem Ziel des Verbraucherschutzes immer höhere Auflagen. Die ideologisch gewollten Klein- und Familienbetrieb können diese oft finanziell und verwaltungstechnisch nicht stemmen. Zumal sie die zusätzlichen Kosten hierfür nicht an den Verbraucher weitergeben können. Die bürokratische Agrarwende begünstigt somit die ungeliebten Großbetriebe – despektierlich vom damaligen Bundeskanzler Schröder Agrarfabriken genannt.

Agrarfabriken?
Zunächst einmal: Der Begriff wird politisch und ideologisch mißbraucht, denn alle Landwirt-schaftsbetriebe, in denen Maschinen eingesetzt werden, sind industrielle Systeme. Das gilt für ökologisch oder konventionell wirtschaftende Betriebe gleichermaßen. Der Gegensatz zu industrieller Landwirtschaft ist die traditionelle Landwirtschaft, in der alle Arbeiten von Menschen und Tieren erledigt werden. Aber diese Landwirtschaft möchte doch niemand mehr haben.

Möchte man ausschließlich kleinbäuerliche Strukturen, in den Mutter, Vater, Bruder, Opa und die Kinder alle gemeinsam arbeiten und Dünger und Pflanzenschutz und Tiermedikamente meiden wie der Teufel das Weihwasser? Aber trotzdem einen Stundenlohn über dem Mindestlohn erwirtschaften?

Dieses Ideal vergleiche ich gerne mit der vorindustriellen Situation: Es gab z.B. Weber die fleißig zu Hause am Webstuhl saßen (den Weberaufstand in Schlesien im Juni 1844 sollten wir vergessen). Oder es gab an vielen Gewässern Kleineisenwerke, Hütten, Hammerwerke die alle von den heute internationalen Stahlriesen plattgemacht sind.
Oder die vielen Getreidemühlen, die die Landschaft schmückten oder verunstalteten wie die heutigen Windkraftanlagen.
Würde heute noch so „romantisch“ produziert wie damals: Was würde ein Anzug kosten? Wie oft könnte man sich einen neuen leisten? Was würde ein Volkswagen kosten? Müßte man lebenslang darauf sparen so wie auf den seligen Trabbi?

Also aufhören, sich Ideale vorzulügen.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben